Riskmanagement & IKS News

Strategie

80% der Missstände decken Whistleblower auf

Interne Kontrollen allein genügen nicht. Wer wirkungsvoll Risiken managen will, muss deshalb für den Schutz der Hinweisgeber sorgen.

Obwohl in der Schweiz nicht gesetzlich vorgeschrieben, lohnt sich aus Perspektive Risikomanagement der Betrieb eines Hinweisgebersystems. Bei Organisationen mit funktionierendem Meldesystem werden bis zu 80% der Missstände durch Whistleblower aufgedeckt.

Schon im Oktober 2007 schrieb die Eidg. Finanzkontrolle in Ihrer Broschüre «Aufbau eines IKS» auf Seite 11: «Ein Informationskonzept, ein institutionalisiertes Verbesserungs- und Vorschlagswesen sowie eine An- laufstelle für Informationen betreffend möglicher Unregelmässigkeiten (Whistleblowing), können die Effizienz von Kontrollsystemen spürbar erhöhen.»

Bestätigt wird die Wichtigkeit der Hinweisgeber für die Aufdeckung von Missständen durch den aktuellen Whistleblowing Report 2021 der Fachhochschule Graubünden:

«Wie wichtig ein funktionierendes Meldesystem ist, zeigt die Tatsache, dass 32,5 Prozent der Unternehmen in

der Schweiz im Jahr 2020 von illegalem und unethischem Verhalten betroffen waren.

In Deutschland (37,1 %), Grossbritannien (35,8 %) und Frankreich (32,8 %) kam dies zwar in mehr Unternehmen vor. Allerdings fällt hierzulande der finanzielle Gesamtschaden durch die Missstände in der Regel höher aus.

Ein Drittel der Schweizer Unternehmen bezifferte diesen mit mehr als 100’000 Euro. In den anderen drei Ländern war der Schaden nur bei knapp 20 bis 27 Prozent der Unternehmen sechsstellig. Erfreulich dabei war jedoch, dass mit Hilfe der Meldestelle 27,6 Prozent der befragten Schweizer Unternehmen über 80 Prozent des finanziellen Gesamtschadens aufdecken konnten.»

Fazit: Ohne Hinweisgeberschutzgarantie fehlt ein effizientes Frühwarnsystem, um Risiken rechtzeitig zu erkennen und Sanktionen, Strafzahlungen und Reputationsschäden abzuwenden.

Quellen: Whistleblowing Report 2021» der Fachhochschule Graubünden, Oktober 2021

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