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Die Top-Risiken 2023

Wer Erfahrung im Probleme lösen hat, weiss, dass die Denkweise ebenso wichtig ist wie die praktischen Methoden.

Der Krieg in der Ukraine, die Lebenshaltungskostenkrise, eine drohende Rezession und die Klimakrise bilden laut einer neuen Umfrage unter Internen Revisionen in Europa eine brisante Gemengelage.

Ganz oben im Risiko-Ranking steht einmal mehr die Cyberkriminalität. Acht von zehn Befragten geben an, dass es sich dabei um ein Top-Fünf-Risiko handelt. Dass Zulieferer Opfer von Cyberangriffen werden, steht ebenfalls bei den Lieferkettenrisiken ganz oben.

An zweiter Stelle folgen erstmals Humankapital, Diversität und Talentmanagement. Hier zeigt sich die enorme Herausforderung vor denen Unternehmen bei der Personalbeschaffung und Personalbindung stehen.

Geopolitische und makroökonomische Unsicherheit folgen in der aktuellen Rangliste. Sie sind nach Ansicht der Revisionsleitungen am stärksten gestiegen. Weitere Risiken sind unter anderem die Änderung von Gesetzen und Vorschriften, digitale Disruption, neue Technologien und KI sowie Finanz- und Insolvenzrisiken.

Gemäss Marcel Fratzscher gibt es fünf Risiken: 

  1. Der Ukraine-Krieg eskaliert: Keine Wirtschaftsprognose könne ein solches Szenario „sinnvoll erfassen“, mahnt Fratzscher. Schwappt der Krieg über die Grenzen oder intensiviert er sich weiter, könnten „Unternehmen ihre Investitionen einstellen und die Preise durch die Decke schießen lassen“, so der Ökonom.
  2. Gas und Energie wird knapp: Die Industrie in […] Europa stünde dann vor großen Schwierigkeiten. Manche Unternehmen könnten „gezwungen werden, ihre Produktion einzustellen“. Es drohe dann eine Rezession zwischen einem und sieben Prozentpunkten. 

 

  1. Globale Lieferketten unterbrochen: Corona-Plage in China, Schiffsunfall in wichtigem Transportkanal – die Ursachen für einen Zusammenbruch der globalen Lieferketten können vielfältig sein. Kommen keine Waren mehr nach Europa, werden Produkte teurer oder können nicht hergestellt werden.
  2. Globaler Handelseinbruch: „Zahlreiche Schwellenländer kämpfen mit Finanzkrisen“, analysiert Fratzscher. Hinzu kommt ein drohender Wirtschaftskonflikt zwischen den USA und China.
  3. Inflation lässt Kaufkraft schrumpfen: „Ein schwächerer Konsum schadet auch den Unternehmen, was in eine Spirale von geringeren Einkommen und sinkender Nachfrage führen könnte“, so der Ökonom. Vor allem Haushalte mit niedrigem Einkommen haben wegen der stark gestiegenen Energiepreise zu kämpfen. Am Ende hätten dann alle weniger.
 

Carolina Klint, Risk Management Leader, Continental Europe, bei Marsh, sagt: «Das Jahr 2023 wird in den Bereichen Nahrungsmittel, Energie, Rohstoffe und Cybersicherheit von erhöhten Risiken gekennzeichnet sein, die weitere Störungen der globalen Lieferketten verursachen und Investitionsentscheidungen beeinflussen werden. In einer Zeit, in der Länder und Organisationen ihre Resilienzbemühungen verstärken sollten, wird wirtschaftlicher Gegenwind ihre entsprechenden Möglichkeiten einschränken. Angesichts der schwierigsten geoökonomischen Bedingungen seit einer Generation sollten sich Unternehmen nicht nur auf die Bewältigung kurzfristiger Probleme konzentrieren, sondern auch auf die Entwicklung von Strategien, die sie gut für längerfristige Risiken und strukturelle Veränderungen aufstellen.» 

Fazit: Die grössten Einzelrisiken für Organisationen sind Cyberkriminalität und Fachkräftemangel. Danach folgt der Kostenanstieg für Energie und Rohstoffe, was negativen Einfluss auf die Inflation hat. Schliesslich sind Störungen von Lieferketten und Handelseinbrüche weiterhin bestehende Risiken mit rezessiven Auswirkungen.

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