Riskmanagement & IKS News

Machen wir mehr Fehler, wenn wir im Homeoffice arbeiten?

Ja, wenn die neusten Studienresultate so auf das Homeoffice übertragbar sind.

Als die Covid-19-Pandemie viele Arbeitnehmer dazu zwang, aus dem Homeoffice zu arbeiten, befürchteten die Manager einen möglichen Produktivitätsrückgang.

Mehr als zwei Jahre später zeigen Studien, dass ihre Befürchtungen weitgehend unbegründet waren.

Aber was ist mit der kognitiven Leistung von Fernarbeitern?

Um dies zu untersuchen, wandte sich ein Forscherteam einem ungewöhnlichen empirischen Umfeld zu: dem Profischach.

Die Forscher analysierten eine Reihe von Online-Turnieren, die während der Pandemie vom amtierenden Weltmeister Magnus Carlsen organisiert wurden und die so aufgebaut waren, dass sie traditionelle Offline-Wettkämpfe widerspiegelten.

Da die meisten Teilnehmer an mindestens einem der letzten Turniere des Weltschachbundes teilgenommen hatten, konnten die Forscher die Leistungen der einzelnen Teilnehmer online und vor Ort vergleichen, indem sie die künstliche Intelligenz (KI) eines führenden Schachcomputers benutzten, um mehr als 200.000 Züge und damit verbundene Fehler zu bewerten.

Sie fanden heraus, dass die Qualität des Spiels im Durchschnitt 7,5 % niedriger war, wenn die Teilnehmer online antraten.

«Kognitive Aufgaben sind in vielen modernen Berufs-, Management-, technischen und kreativen Berufen wichtig», schreiben die Forscher, und so könnte die Leistung in anderen Situationen ebenfalls beeinträchtigt werden.

So oder so bedeutet Homeoffice eine besondere Herausforderung für Führungskräfte. Es fehlen räumliche und

persönliche Nähe. Das Führen auf Distanz ist mit mehr Zeitaufwand und Organisation verbunden.

Dazu kommt aus unserer Erfahrung die Entwicklung zu einem immer stärker ausgeprägten partizipativ-kollaborativem Führungsstil. D.h., eher weniger Kontrollen.

Wer aber Kontrollen zu Gunsten der Eigenverantwortung von Mitarbeitenden reduziert, darf nicht vergessen, dass das Management der operationellen Risiken weiterhin in der Verantwortung der Leitungsorgane bleibt. 

Wird das Vier-Augen-Prinzip eingehalten? 

Erfolgen Beschaffungen ordnungsgemäss? 

Werden IT-Berechtigungen und Logfiles ausgewertet?

Das sind nur drei Fragen aus einer Palette von operationellen Risiken. Risiken, die auch mit und im Homeoffice bleiben und noch schwieriger zu managen sind.

Praxis-Tipp: Die Führung der internen Kontrollen auf Excel-Tabellen mag funktionieren, wenn alle vor Ort sind. Wenn aber zwei Fünftel der Zeit im Homeoffice gearbeitet wird, ist ein papiergestütztes internes Kontrollsystem (IKS) kaum mehr wirksam und verlässlich.

Überlegen Sie sich Ihre IKS-Tabellen mit einem Web-basierten Tool, z.B. swissIKS® abzulösen. Wieso?

  • Lückenlose Nachvollziehbarkeit der Kontrolltätigkeit
  • Sicherstellung des nahtlosen Übergangs bei Personalwechsel
  • Stärkung der Auftragsverbindlichkeit und –Verlässlichkeit
  • Schutz der Datenintegrität
  • Transparenz und Cockpit-Sicht für Leitungsorgane

Quellen zur Studie:Do We Make More Mistakes When Working from Home? Harvard Business Review January-February 2023

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